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1.2 Automatisierter Notensatz

Wie sollen wir also jetzt die Typographie anwenden? Wie können wir erwarten, dass wir in der Lage wären, ein Programm zu schreiben, dass den Beruf des Notenstechers ersetzt, wo dieser doch mehr als zehn Jahre braucht, um ein Meister zu werden?

Wir können es tatsächlich nicht! Da Typographie allein durch das menschliche Auge bestimmt ist, kann der Mensch nicht ersetzt werden. Aber sehr viel mechanische Arbeit kann erleichtert werden. Indem etwa LilyPond die üblichen Situationen kennt und bewältigt, können die restlichen Fehler von Hand beseitigt werden. Das ist schon ein großer Fortschritt im Vergleich mit den existierenden Programmen. Und mit der Zeit können immer mehr Fälle automatisiert werden, so dass immer weniger Eingriffe von Hand notwendig werden.

Als wir anfingen, haben wir ein Programm mit C++ geschrieben. Das heißt aber, dass der Funktionsumfang des Programms vom Anfang an durch die Entwickler festgelegt ist. Das erschien uns aber nicht ausreichend:

Diese Probleme wurden angegangen, indem ein Übersetzer für die Scheme-Programmiersprache integriert wurde und Teile von LilyPond in Scheme neu geschrieben wurden. Die derzeitige Formatierungsarchitektur ist um die Notation von graphischen Objekten herum aufgebaut, die von Scheme-Variablen und -Funktionen beschrieben werden. Diese Architektur umfasst Formatierungsregeln, typographische Stile und individuelle Formatierungsentscheidungen. Der Benutzer hat direkten Zugang zu den meisten dieser Einstellungen.

Scheme-Variablen steuern Layout-Entscheidungen. Zum Beispiel haben viele graphische Objekte eine Richtungsvariable, die zwischen oben und unten (oder rechts und links) wählen kann. Hier etwa sind zwei Akkorde mit Akzenten und Arpeggien. Beim ersten Akkord sind alle Objekte nach unten (oder links) ausgerichtet, beim zweiten nach oben (rechts).

[image of music]

Der Prozess des Notensatzes besteht für das Programm darin, die Variablen der graphischen Objekte zu lesen und zu schreiben. Einige Variablen haben festgelegte Werte. So ist etwa die Dicke von vielen Linien – ein Charakteristikum des typographischen Stils – von vornherein festgelegt. Wenn sie geändert werden, ergibt sich ein anderer typographischer Eindruck.

[image of music]

Formatierungsregeln sind auch von vornherein festgelegt. Jedes Objekt hat Variablen, die Vorgänge beschreiben. Diese Vorgänge machen die eigentlich Satzarbeit, und wenn man sie durch andere ersetzt, kann ihr Verhalten verändert werden. Im nächsten Beispiel wird die Regel, mit der die Notenköpfe gezeichnet werden, verändert.

[image of music]



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